Sonnenfinsternis

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jetzt

Wo am Himmel

Weg der Sonne bis zum Untergang

Der Ablauf

Rose

oben ist deine Blickrichtung

Feinabgleich

gegen den Fehler des Magnetkompasses

Handykompasse zeigen magnetisch Nord und liegen in Mitteleuropa rund fünf Grad daneben, Autos und Geländer noch mehr. Halt das Handy so, dass die Sonne im Sucher genau in der Mitte sitzt — nach dem Bild, nicht mit dem Blick zur Sonne — und tipp dann auf eichen. Danach stimmt die Richtung auf ein, zwei Grad.

So peilst du
  • Sucher: Handy hochkant wie eine Kamera halten und drehen, bis die Sonne im Bild in der Mitte steht. Das Bild zeigt Horizont und Höhenmarken alle fünf Grad.
  • Das Band unten im Sucher zeigt den Verlauf der Verdunkelung: links der erste Kontakt, rechts das Ende, die blaue Linie ist jetzt. Gestrichelt das Maximum und, falls die Sonne vorher untergeht, der Untergang — danach läuft die Finsternis weiter, ohne dass noch etwas zu sehen ist.
  • Rose: oben ist immer deine Blickrichtung. Der gelbe Strahl ist die Sonne, der gestrichelte der Untergangspunkt, der breite Bogen der Weg bis dahin.
  • Handy flach hinlegen macht aus der Rose eine Karte: dann zeigt sie über die Oberkante des Geräts.
  • Ohne Handy nachmessen: Faust am ausgestreckten Arm sind rund 10°, gespreizte Hand 20°, ein Finger 2°. Damit prüfst du, ob am Platz in dieser Richtung wirklich nichts im Weg steht.
  • Eisen und Strom stören. Nicht im Auto peilen, nicht am Brückengeländer, und das Handy nicht auf den Autoschlüssel legen.

Die Kamera schaut nach oben und misst, wie hell es ist. Aus den Messwerten wächst eine Kurve, die genau dann einbricht, wenn der Mond die Sonne verdeckt. Daneben liegt die berechnete Kurve. Passen beide aufeinander, hast du die Finsternis selbst gemessen.

Handy flach hinlegen, Display nach oben, freier Blick zum Himmel. Vor 19:20 starten und danach nicht mehr anfassen.

Lichtkurve

deine Messung berechnet

Einstellungen

Ergebnis mitnehmen

Nie ungefiltert in die Sonne schauen — weder mit dem Auge noch durch Sucher, Fernglas oder Teleobjektiv. Ein Teleobjektiv ohne Filter zerstört in Sekunden den Verschluss und die Netzhaut. Filter gehört vor die Frontlinse, nie dahinter.

Deine Ausrüstung

Zeiten und Einstellungen

Startwerte, immer Reihe fahren
Worauf es sonst ankommt
  • Manuell alles. M-Modus, manueller Fokus, fester Weißabgleich (Tageslicht, ca. 5500 K). Autofokus findet auf der gefilterten Sonne nichts.
  • Fokus auf den Sonnenrand, in der Lupenansicht des Live-View, und danach nicht mehr anfassen. Unendlich am Ring ist nicht scharf.
  • RAW. Der Spielraum bei tief stehender Sonne ist der halbe Erfolg.
  • Spiegelvorauslösung, Fernauslöser oder Selbstauslöser. Bei langer Brennweite ruiniert der Finger am Auslöser mehr Bilder als der Wind.
  • Der Bedeckungsgrad ändert die Belichtung nicht. Die verbleibende Sichel ist genauso hell wie die volle Sonne. Was die Zeiten wirklich verlängert, ist die sinkende Sonne.
  • Zweite Kamera für die Landschaft. Weitwinkel, normal belichtet, alle paar Minuten ein Bild. Der Farbwechsel im Licht ist am Ende oft das bessere Bild.
  • Serie fürs Kompositbild: alle fünf Minuten eine Aufnahme, Kamera nicht verstellen, hinterher übereinanderlegen.

Was diese Seite macht

Sie rechnet für deinen Standort aus, wann und wie stark der Mond die Sonne verdeckt, zeigt das laufend als Bild, und sie kann die Finsternis mit der Handykamera messen. Alles rechnet das Handy selbst, ohne Internet.

  1. Live zeigt die Sonne so, wie sie gerade aussieht, und wo am Himmel sie steht.
  2. Peilen koppelt das an den Kompass im Handy: du hältst es hoch und siehst, wo die Sonne steht.
  3. Messen zeichnet mit der Kamera die Helligkeit auf und legt sie über die Rechnung.
  4. Foto rechnet Verschlusszeiten und Bildgröße für die Kamera aus.

Sicherheit

Auch bei 90 % bedeckter Sonne ist der Rest hell genug, um die Netzhaut zu verbrennen, ohne dass es weh tut. Für den Blick nach oben braucht es eine Finsternisbrille nach EN ISO 12312-2. Sonnenbrille, geschwärztes Glas, Rettungsdecke, CD, belichteter Film: alles ungeeignet. Durch Fernglas oder Teleobjektiv gilt das erst recht — dort reicht ein Sekundenbruchteil.

Ohne Brille geht es trotzdem: ein Blatt Papier mit einem Nadelloch wirft das Bild der Sichel auf ein zweites Blatt. Unter Bäumen macht jede Blattlücke dasselbe, hunderte kleine Sicheln auf dem Boden.

So misst du sauber

  1. Handy flach hinlegen, Display nach oben, freier Blick zum Himmel. Nicht in den Schatten und nicht auf die Sonne richten.
  2. Vor dem ersten Kontakt starten. Die App braucht ein Stück unbedeckte Kurve, um die Messung zu eichen.
  3. Ab dann nichts mehr bewegen. Jede Lageänderung ist ein Sprung in den Daten.
  4. Automatische Displayhelligkeit und Nachtmodus am Handy ausschalten.
  5. Zieht eine Wolke durch, auf „Wolke notieren“ tippen. Dann weißt du später, welcher Knick von wem stammt.

Standort

Alle Zeiten hängen am Ort. Ein paar Kilometer verschieben die Kontakte um Minuten und den Bedeckungsgrad um Zehntel. Oben rechts lässt sich der Ort setzen: per GPS, über die Suche oder von Hand.

Stehst du erhöht, trag die Höhe über dem Umland ein. Von einem Turm sieht man weiter über die Erdkrümmung hinweg, die Sonne geht später unter — bei einer Finsternis, die in den Untergang läuft, sind das die entscheidenden Minuten.